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Japan hat Fukushima, Deutschland hat Merkel



Nein, nicht wirklich. Merkel ist keine grosse Katastrophe, nur eine kleine. Aber fűr Deutschland schlimm genug.

Seit dem Beginn der Griechenland-Krise hat die Kanzlerin eine Kette von Fehlleistungen hingelegt, die allmählich an der Substanz des Landes zehren. Die Weigerung der Regierung Merkerwelle, an der allierten Libyen-Aktion teilzunehmen, hat den jahrelangen Aufbau des internationalen Ansehens der Bundesrepublik mit einem Schlag zerstört. Ausgerechnet im Sicherheitsrat, um dessen Sitz sich Berlin so hartnäckig beworben hatte, legte die Berliner Regierung ihren Offenbarungseid ab.

Dass sich die Regierung Schröder-Fischer einstmals weigerte, am Irak-Abenteuer von Bush jr. und Blair teilzunehmen, kann nicht als Rechtfertigung fűr Merkerwelle dienen. Saddam Hussein war zwar kein Härchen besser als Ghaddafi. Aber im Falle Libyens existiert eine ums nackte Űberleben kämpfende Freiheitsbewegung, die um Hilfe ruft und darin von der Arabischen Liga unterstűtzt wird. Dass ausgerechnet Deutschland diesen Hilferuf abschlägig bescheidet, ist grotesk.

Dass Merkel den Allierten im Kampf gegen Ghaddafi trotzdem Glűck und Erfolg wűnscht, macht die Sache nur noch peinlicher. Dass deutsche AWACS-Flugzeuge nun plötzlich jene Dienste fűr die NATO in Afghanistan űbernehmen sollen, um die sich Berlin bislang gedrűckt hatte, klingt nach oberfauler Entschuldigung.

Was auch immer Merkels Grűnde fűr ihre Entscheidung gewesen sein mögen, sie können nicht gegen den Langzeitschaden aufgerechnet werden. Deutschland besass ein internationales Profil, das zwar grosse Mängel zeigte, aber auch ein paar traditionelle Stärken. Verlässlichkeit und Bűndnistreue gehörten dazu. Das ist nun futsch. Es wird Jahre, Jahrzehnte brauchen, um das verlorene Ansehen wieder aufzubauen. Merkel hat ihren der langen Liste deutscher Namen zugefűgt, die gewöhnlich erwähnt werden, wenn das Ausland űber Deutschland schlecht spricht.

Es wird hoffentlich im Ausland Leute geben, die wissen, dass Deutschland mehr ist als nur die Regierung Merkerwelle. Dass es Menschen in diesem Lande gibt, die heute vielleicht in der Minderheit sind, die aber im Falle Libyens nicht so kurzsichtig und opportunistisch gehandelt hätten. Es ist Zeit, dass dieses andere Deutschland Frau Merkel zeigt, dass es so nicht weiter geht.

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—— Heinrich von Loesch